Chögyam Trungpa beschreibt anhand des Lebensweges von Padmasambhava die Grundprinzipien der Verrückten Weisheit als Ausgangspunkt für eine spirituelle Reise: Wir arbeiten mit uns selbst, mit unserer Psyche, jedoch: ohne eine Antwort zu suchen. Dabei gehen wir tiefer und tiefer, so weit, bis es keine Antwort mehr gibt. Schließlich sind wir einfach hoffnungslos. Diese Hoffnungslosigkeit ist die Essenz der Verrückten Weisheit.
Es geht darum, einfach das zu leben, was man ist. Die Dinge so zu sehen, wie sie sind. Zu sehen, was in unserem Kopf vor sich geht, direkt, einfach, ganz wahrheitsgetreu.
Doch auch in dieser Hoffnungslosigkeit findet sich nichts Tröstliches. Es bleibt kein einziger Bezugspunkt mehr. Dieser Prozess des Tiefergehens und Entdeckens lädt sich von selbst wieder auf, sodass wir damit fortfahren und immer tiefer und tiefer gehen: Dieser Prozess – das ist die Verrückte Weisheit. Es ist das, was einen Heiligen in der buddhistischen Tradition ausmacht.

Chögyam Trungpa Rinpoche war einer der Wegbereiter des tibetischen Buddhismus im Westen. Er wurde in Osttibet geboren, musste 1959 Tibet verlassen und flüchtete nach Indien.
Ein Stipendium ermöglichte es ihm, nach Großbritannien zu gehen und in Oxford Psychologie, Philosophie, Religionswissenschaft und Kunst zu studieren. So wurde er ein hervorragender Kenner westlicher Mentalität und Denkweise, der die Diskussion um die Grundwerte menschlicher Existenz erneut stellte, und sie um die östliche Sicht bereicherte.
Seine große Wertschätzung der westlichen Kultur verband sich in ihm mit dem tiefen Verständnis seiner eigenen Tradition. Chögyam Trungpa gelingt es wie kaum einem anderen Autor die Tiefe des tibetischen Buddhismus vor dem westlichen Lesenden auszubreiten und verstehbar zu machen.
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